Laudatio Bahnwärterstipendiat
Warum der und nicht die. Warum nicht eine ganz andere Person. Auswahl. Auswählen. Es hat immer den Anflug von Ungerechtigkeiten. Erinnerung an Geschwisterrivalitäten steigen auf. Mir geht es selbst so. Sogar wenn ich selbst ausgewählt werde, frage ich mich all diese Fragen. Und. Der Wunsch auf eine Hierarchielosigkeit in allen Dingen tritt in den Vordergrund und wird gleich wieder in den Hintergrund verschoben. Die Welt funktioniert nicht so, heißt es dann. Im Gegenteil. Die Welt braucht Einteilung.

Nun. Das glaube ich nicht. Und. Selbstverständlich kann ich mir sehr gut vorstellen, dass alle Literaturschreibwilligen ihr Auskommen haben sollten. Es gäbe durchaus die Möglichkeit wie in Schweden, Personen, die sich nachgewiesenermaßen literarischem Schreiben widmen, zum Beispiel die Wohnungsmiete zu erstatten. Oder dass im Rahmen einer allgemeinen Grundsicherung die Fragen der Sozialversicherung und eines Grundauskommens erledigt wären. Denn. Es geht um eine zu schützende Art. Die Literatur. So, wie wir sie nun als selbstverständlichen Bestandteil unserer Kultur seit etwa 300 Jahren kennen. Diese Literatur. Also ein von einer Person verfasster Text, der ohne Änderung oder Zensur abgedruckt, der damit vervielfältigt wird und für den diese eine Person in der Urheberschaft die volle Verantwortung übernimmt. Diese Literatur. Also die Literatur eines autonomen Textbegriffs, der sich gegen jeden Eingriff von außen richtet und sich nur auf je diese eine Person zurückführen lässt. Diese Literatur ist längst ein Minderheitenprogramm.

Da ist zunächst die digitale Revolution, die immer fortschreitend die Möglichkeiten der einzelnen Stimme auflöst und zwingt, sich in Netzwerke zusammenzutun. In der besten Form ist das eine raue Form von Demokratisierung. Im schlimmsten Fall handelt es sich um die Erstickung dieser einzelnen literarischen Stimme in Meinungen. Die Exklusivität, die das Kunstwerk Literatur benötigt, um Bedeutung entfalten zu können, die ist aber schon durch die Bilderflut zerstört. So gesehen, könnten wir den großen Sündenfall unserer Kultur, die Photographie, auch für den Abstieg der Literatur verantwortlich machen. Das vervielfältigbare Abbild stellt sich primär und grundlegend bedeutungsstiftend vor die Verschriftlichung.

Nun. Könnte man oder frau sagen. Der Buchdruck ist doch selbst schon Vervielfältigung. Und ja. Die Schrift ist ein digitaler Code, der vervielfältigt zugänglich gemacht wird. Aber. Die Verschriftlichung ist eine Entbilderung der Welt und jeder und jede, die einen Text lesen, muss sich diesen Text über den schriftlichen Code aneignen und sich damit die Bedeutung selbst herstellen. Verschriftlichungen ermöglichen Aneignungen. Deshalb die Wahl von Johannes Reißer. Er besteht auf dem autonomen Textbegriff und schreibt seinen Namen unter die Texte, die er veröffentlich.

Das ist nicht mehr selbstverständlich. Creative Industries sind in der neoliberalen Globalisierung mittlerweile übliche Instrumente geworden. Texte aller Art. Besonders aber Texte, deren Erzählung meinungsbildende Wirkung entfalten soll. So etwa Serien, in denen Geschichte vorgeführt und damit ein Geschichtsbild geschaffen wird. In Fernsehserien. Filmskripte. Immer wird im Team geschrieben. Das hat seinen Grund darin, dass in der Zusammenarbeit mehrerer Autoren und Autorinnen keine dramaturgische Wendung ausgelassen wird. Der Text wird zu einer eigenen Welt perfektioniert, während der literarische Text eine eigene Welt ist. Dazu ist noch zu sagen, dass diese Perfektion den Regeln der westlich-christlichen Erzählweise folgt, und damit als kolonial eingestuft werden muss. Das alles ergibt - und soll das auch - Unterhaltung. Industrielles Schreiben in Teams erfolgt im Auftrag der Marketingabteilung und die Mühe heißt nicht, den bestmöglichen Text zu schreiben, sondern den verkaufsfähigsten zu basteln.

Im Übrigen ist die Maschine längst in der Lage, Unterhaltungsliteratur zu produzieren. Und. Ich würde nicht dafür garantieren, dass einer oder eine der New York Times Bestsellerautoren und -autorinnen eigentlich eine Software ist und eine Person nur noch als Namensträger oder Namensträgerin fungiert. Weil es noch Widerwillen auslösen würde, wenn wir Maschinengemachtes läsen. Der Unterschied zu den Texten aus der Creative Industries ist nur noch gering. Das ließe eigentlich den Schluss zu, dass Schreiben im autonomen Textbegriff ein Luxus ist. Aber. Wie wir wissen, hat sich der Luxusbegriff nicht auf die geistige Sphäre erweitern lassen. Johannes Reißer wird uns jedenfalls diesen Luxus zukommen lassen.

Von den Creative Industries kommen wir gleich zum Literaturbegriff überhaupt. In den letzten 30 Jahren hat sich eine Schonung der Literatur vor politischer Kritik eingebürgert. Das hat mit vielen Faktoren zu tun. Während in den 90er Jahren die Feuilletons aller Zeitungen vergrößert wurden und auf Grund des Cultural Turns dieser Zeit alle Themen an sich ziehen konnte. Eine kulturwissenschaftlich geleitete Kritik nahm sich gleich die ganze Welt vor und verlor die Literatur deshalb ein wenig aus dem Blick. - Im Übrigen. Die Sportseiten blieben auch in dieser Zeit der wichtigste Teil. - Dann gab es keine Instrumente der Literaturkritik, die sich den neuen Anforderungen des Zu Kritisierenden stellen hätten können. Die digitale Revolution und die neoliberale Globalisierung führten zur Entwicklung von Parallelwelten und lange Zeit schien es, als könnte die Literatur folgenlos davonkommen. Deshalb wurde aber auch eine Literatur gefördert, die wenig innovativ mit den alten Mitteln beurteilt werden konnte. Und dann denke ich, dass der Zugang zu dem, was so allgemein Literaturbetrieb genannt wird, einen ganz bestimmten Ausschnitt von Literatur förderte. Erinnern wir uns. In den 90er Jahren begann die Restrukturierung der Verlagslandschaft in allem Ernst. Und. Der alte Typ "Verleger" trat ab und niemand wollte noch die Verantwortung für Experimente übernehmen.

Immerhin. Es gab direkt aus diesem Literaturbetrieb Versuche, eine Unterhaltungsliteratur nach englischsprachigem Vorbild zu etablieren und die "schwierige" Literatur als veraltet zurückzulassen. Es wurde da von "wellwritten literature" gesprochen. Diese Versuche sind gescheitert. Well written. Das hieße eine flache Konformität in Form und Inhalt wieder im Marketingeinklang mit Leser und Leserin. Lesen sollte leichtgemacht werden. Das wurde von den Lesern und Leserinnen selbst abgelehnt. Die so konzipierten Verlagsprogramme wurden nicht gekauft.

Der Verkauf von Literatur allerdings im Algemeinen. Der ist in dieser Zeit zurückgegangen. Ich selbst habe bei jedem Roman, also etwa in Zwei- oder Dreijahresabstand hören müssen, dass der Buchverkauf wieder um 25 % gefallen wäre. Aber. Mit Ihrer Hilfe. Und ich denke, dass die Literaturschreibenden und die Literaturlesenden zum Erhalt der Literatur eine Community bilden müssen. Mit Ihrer Hilfe also wird die Existenz von Autoren und Autorinnen weiter möglich sein.

Trotzdem wird in Zukunft deutlicher und nachdrücklicher nach dem politischen Kontent eines Texts gefragt werden müssen. Erinnern wir uns. Literatur. Wie wir sie hier verstehen. Diese Literatur benötigt Demokratie. Nur in dem vertragstheoretischen Modell der Demokratie kann es die Freiheit geben, die notwendig ist, Autonomien zu entwickeln, die aber eben nicht einen Anspruch auf Totalität erheben. Das wiederum bedeutet, dass wir immer wissen sollten, ob ein Text sich dieser Freiheit bedient und sie als Text selbst wieder ermöglicht. Ob also ein Text demokratisch geschrieben, demokratisch gelesen werden kann. Oder. Ob ein Text, sei es über Form oder über Inhalt diese Freiheit angreift und im Lesen diese Gegnerschaft eingelassen ist. Es geht also um die Politik eines Texts.

Ich gehe jetzt nicht von so brutalen Beispielen aus wie dem Roman "Der Graue" des österreichischen Autors Andreas Mölzer, in dem Vergewaltigung als erlaubtes Mittel der Fortpflanzung verherrlicht wird. Der Autor ist ja auch Ideologe der Freiheitlichen Partei Österreichs.

Aber täuschen wir uns nicht. In einem offenen Literaturbegriff wie ihn die Demokratie erlaubt, ist auch ein solcher Text inbegriffen. Und. Es geht nun nicht darum, einen solchen Text zu verbieten. Es muss vor allem um die Kritik an einem solchen Text gehen. Eine solche Kritik fordert den gesamten politischen Apparat der Kritik ab. Und. Muss zu einer eindeutigen Stellungnahme führen. Das wiederum bedeutet, dass Kritikerinnen und Kritiker sich selbst deklarieren müssen. Das konnten sie sich in der jüngsten Zeit ersparen. Denn. Ab dem Jahr 2000 wurden die Feuilletons wieder magerer. Redakteure und Redakteurinnen wurden entlassen. Die Restrukturierung ließ nur die unterhaltsamsten Medien übrig und die übrigen wollten unterhaltsam sein. Selten gab es noch eine Auseinandersetzung mit Texten. Verrisse wurden ebenso unterhalterisch zelebriert wie zustimmende Buchkritiken. Letzten Endes haben sich die Buchbeilagen in Anleitungen verwandelt, die nach dem Vorbild "Die 10 besten Bademäntel" eine Vorauswahl treffen. Die Aufgabe der Kritik ist damit selbstverständlich nicht erfüllt.

Aber auch hierin liegt ein Grund, Johannes Reißers Texte zu lesen. Er sagt zu seinem Romanprojekt "Pulver": "So soll in zehn motivisch verbundenen Episoden vom Geschäft mit Krieg und Tod erzählt werden, von Liebe (zum Schönen) und Naturunterjochung, von Normenstrenge und Lebenslust, von Ideologie und Maskenspiel. Im Brennglas einer kleinen Stadt sollen dabei nicht nur zentrale Aporien der deutschen Geschichte und der industriellen Moderne lebendig werden, sondern auch immer wieder politisch-gesellschaftliche Alternativen und Visionen einer anderen, besseren Welt aufscheinen." Es geht also um die Schilderung der Perspektiven, um eine Perspektive zu bekommen. Es geht nicht um die Fixierung einer Wahrheit. Es geht um die Suche nach den vielen Wahrheiten. Das ist dann jene Freiheit, die sich im Lesen als Vergnügen am Text zeigt, der einen oder eine auch befragt und nicht schon alles weiß.

Wenn wir nun insgesamt in eine Post-Post-Situation geraten sind. Wenn wir nun wirklich an eine Zeitenwende geraten sind. Wenn die Zeiten der Geschichtslosigkeit vorbei sein sollten und wir wieder in den Strudel törichter Entscheidungen gezogen werden und uns erinnern müssen, wie das war, wenn Fürsten oder Kaiser ihre einsamen Entschlüsse fassten. Dann wünsche ich mir von Johannes Reißer, dass er den Aktionismus, den er in seinem Exposé verspricht zum Vorschein bringen wird. Er schreibt da, "Ich würde mich sehr freuen, meine Gedanken im Rahmen des Esslinger Bahnwärterstipendiums weiterzuführen und in Literatur zu verwandeln, die den LeserInnen, HörerInnen oder ZuseherInnen ebenfalls die Möglichkeit gibt, weiterzudenken."

Wenn es also etwas Dramatisches werden kann, dann hoffentlich etwas ähnlich Verrücktes wie Sie es in dem Text "Land, Maschinen, Paradies." lesen können. Der Autor erzählt uns die Geschichte einer heutigen Säkularisierung des Paradieses in einer ländlichen Umgebung.

Wie und was der Autor da macht, möchte ich einmal nur anhand der Raumbezüglichkeiten dieses Texts ergründen.

Zunächst finden wir mit dem Titel "Land, Maschinen, Paradies." eine Aufzählung vor. Der Raum Land wird durch das Instrument der Maschinen vom Raum Paradies getrennt. Die Maschinen sind zwischen diese beiden Bezeichnungen eines abstrakten, ja totalen Begriffs von Raum gestellt.

Land. Das bedeutet erst Land, im Sinne von ländlich. Dann kann der Staat damit bezeichnet werden. Erde. Am Ende bedeutet Land allen betretbaren Raum auf der Welt.

Das Paradies wiederum ist der allumfassende, endgültige gute Ort. Das Paradies ist Ziel aller religiöser Kultur und aller anderen Utopien. Paradies das ist ewiger Aufenthalt in allen Sorgen enthobener Umgebung und Flucht ist nie wieder nötig.

Die Anordnung der beiden Raumbegriffe ist in die Höhe ansteigend angelegt. Das Land, das betretbar die irdische Sphäre beschreibt, wird vom Paradies in einem oberhalb gedachten Bezirk überschwebt.

Realität und Fiktion werden so übereinandergestapelt. Die Maschinen werden zwischen die beiden Sphären geschoben. Ein künstlicher, maschinenbetriebener Übergang ist zwischen diesen beiden Räumen vorgesehen. Als könnte vom Land per Maschinen ins Paradies gereist werden. Oder aufgestiegen. Die Maschinen sind als Medium der Bewegung eingesetzt. Und. Der Plural von Maschine verwandelt die einfache Reihung dieser drei Worte in eine Erzählung.

Stünde der Singular von Maschinen zwischen der abstrakt verwendeten Raumbezeichnung Land und dem ebenso unzählbaren Begriff von Paradies. Hieße also der Titel "Land, Maschine, Paradies." es wären 3 Abstrakta, also unzählbare Begriffe aneinandergereiht und es gäbe die beschriebene Bewegung nicht und damit keine Erzählung. Der Plural Maschinen stellt die konkrete Bewegung zwischen dem abstrakten Land und dem abstrakten Paradies her. Im Plural erst werden die einzelnen Maschinen real. Ein eifriges Arbeiten der Maschinen entwirft sich uns. Im Text wird sich dieser Eifer in den verschiedenen Geräuschen und dem Lärm der Maschinen nachdrücklich darstellen.

Der Titel stellt das Programm einer Fortbewegung schräg hinauf her. Von einem realen Abstraktum wird über ein Bewegungsmedium in ein abstraktes Konkretum geführt. Und. Mit dem Punkt nach dem Paradies wird uns signalisiert, dass mit dem Paradies ein Ziel erreicht ist. Nach den Kommas nach Land und nach Maschinen ist mit dem Paradies der Punkt erreicht und ein Ende gemacht.

Ein Zitat Johannes Baaders wird als Motto unter den Titel gestellt. Damit wird dem räumlichen Programm des Titels in der Bewegung auf das Paradies zu dadaistische Gestik verliehen. Dazu muss man oder frau wissen, dass der Dadaist Johannes Baader selbst als Jesus auftrat und das Zitat die Anleitung gibt, wie auf die eingeführten Räume zu schauen ist. "... als ein Spiel höchster Art, das so vielfach verschieden geschaut und erlebt wird..."

Das will der Autor also von uns. Wir sollen vielfach verschieden schauen und erleben. Das ist ein Aufruf zur Teilnahme am Text durch ein Lesen, das durch leserischen Perspektivwechsel vielfach und verschieden auf den Text schaut und damit den Text zu jenem Körper macht, der ein Erleben im Lesen erst ermöglicht. Es ist doch so, dass ein Text. Dass jeder Text eine spezifische Gesamtheit bilden muss, die es dem Leser oder der Leserin ermöglicht, den Text als der, die oder das Andere wahrzunehmen und damit einen Raum herzustellen, auf den geblickt werden kann. Und. Der als der, die oder das Andere das Begehren auslöst, erkannt werden zu wollen. Postkoloniales Schreiben, wie Johannes Reißer es hier vorgelegt, ist die Voraussetzung für einen solchen Lesevorgang.

Abstandsloses Eingetauchtsein als Lesen etwa der kulturstiftenden Texte unseres Kanons können den Leser oder die Leserin nicht aus ihrem Raum entlassen. Das liegt am Gebrauch dieser Texte in unseren Kulturen als Bildungsgut im wörtlichen Sinn. Solche Texte werden weiterhin produziert. Aber. Wenn Texte einen Innenraum bilden, aus dem nur der Blick heraus möglich ist und nie der Blick darauf von außen gelingt, dann sind diese Texte Gefängnisse. Der so bildungskulturell eingetauchte Leser. Und. Dieses Lesen erfolgt je schon mit dem eurozentrisch-weißen Blick, der durch Auslassung sexistisch, sich in seiner Hegemonialität nicht einmal mehr männlich nennen muss. Der also immer schon in den Kanon eingetauchte Leser. Er. - Und das können und müssen Frauen und alle anderen nicht hegemonialen Geschlechter in einer kulturellen transgender Bewegung nachstellen - Also. Der kanonische Leser befindet sich in einem ewigen Zustand der Taufe. Nie aus dem einen und als einzig möglichen bezeichneten Raum entlassen, gibt es dann nur den imperialen Blick aus dem Raum hinaus. Und. Die Unterhaltungsindustrie stellt diesen Blick nach und erfrischt mit jedem neuen unterhaltenden Schauen auf einen Text diese Perspektive von innen nach außen. Politisch setzt sich das in Identitäten fort, die nur noch sich selbst kennen und für die alle anderen die anderen bleiben, während sie selbst in einem ewigen Zustand der Auserwähltheit verharren.

Johannes Reißer legt uns schon mit dem Titel und der Widmung zu seiner Novelle das Gegenprogramm vor. Und. Auf den ersten beiden Seiten wird das Panorama der Entfaltung von Vielfalt in einer Rahmenerzählung präzise vorgelegt.

Die Ich-Figur des Texts blickt durch Panoramafenster auf den Brand des Paradieses. Die Ich-Figur wird vom Großonkel in die Wohnstube seiner Großeltern geführt. Das Feuer verfolgt ihn. Die Ich-Figur stößt eine Vitrine mit Erinnerungsstücken um. Eine Flut funkelnder Dinge ergießt sich über die Ich-Figur. Die funkelnden Dinge zerklirren am Boden. Die Ich-Figur schaut wach in die Dunkelheit und fühlt sich durch den Traum gezwungen, zu einer Bergwanderung aufzubrechen. Die Freundin des jungen Manns bleibt liegend zurück, während er in die Berge aufbricht. Dann plötzlich sind wir in der Gegenwart und die Ich-Figur sitzt auf der Bank vor dem Wald und es ist kühl. Der Altweibersommer verwandelt sich in Zugvögel.

Die Ich-Figur erscheint erst abgetrennt. Wir schauen mit ihr durch die Panoramafenster auf den Brand und sind sicher. Dann zerbricht das Glas der Vitrine und die funkelnden Dinge begraben die Ich-Figur. Der Abstand zum Feuer geht verloren. Die Ich-Figur steht auf und entkommt von der Hitze des Feuers in die Kühle am Waldrand. Mit den Altweibersommerfäden als Zugvögel wird dann sogar der Himmelsraum überwunden. Eine Leseanleitung ist das, die uns beibringt, wie die Bewegungen der Ich-Figur in den Räumen zu lesen ist. Diese Ich-Figur ist nie Herr dieser Räume oder auch schon der Bewegungen, die sie dahinführt. Diese Ich-Figur staunt über die vielen Versionen von Raum, in die sie gerät. Sie staunt sogar über die eigenen Entwürfe von Raum. Wir treffen auf einen Don Quichote - und sind wir das nicht gerade alle -, der sich in immer absurderen Umgebungen findet und sich einen Weg sucht, so gut es geht.

Ich freue mich schon darauf, den Roman "Land, Maschinen, Paradies." am Ende der Stipendiatszeit in Esslingen lesen zu können.